Erscheinungsformen und Lesbarkeit
Die Erscheinungsformen des Grundbuches sind im Wesentlichen (vgl. Schmidt/Fröhlig 1992,33; obere Leiste, Schaltfläche "Literatur"):
- Das moderne Loseblatt-Grundbuch in Einzelheften oder Bänden (meist im Format DIN A 4, die einzelnen Abteilungen sind farblich gegliedert, maschinenschriftlich geführt).
- Hand- oder maschinenschriftlich geführte Reichsbestände (als Buch, häufig etwa im Format DIN A 3, in Stuttgart noch zahlreich anzutreffen).
- Alte landesrechtliche Muster (als handschriftliches Buch geführt, in unterschiedlichen Formaten).
Die verschiedenen Erscheinungsformen beeinflussen die rechtliche Wirksamkeit der Bücher freilich nicht, häufig ist bei der Lektüre alter Grund- oder Servitutenbücher jedoch mit Schwierigkeiten durch das Schriftbild zu rechnen.
 | Eintragungen sind oftmals in einer altdeutschen Handschrift (Sütterlin) erfolgt. Oft werden die übergroßen Blätter bei der Ablichtung zusätzlich verkleinert, was die Lesbarkeit weiter verschlechtert.
Derartige -für heutige Verhältnisse kryptisch anmutenden- Handschriften sind teilweise bis in die 1970er Jahre in Grundbüchern zu finden, obwohl bereits seit circa 1930 auch maschinenschriftliche Eintragungen üblich waren.
Sütterlin als True-Type Schriftart für PC/Mac können Sie hier herunterladen (komprimiert, Zip-Format).
Nebenstehende Abbildung stammt aus dem Buch "Methodische Winke für die Sütterlin-Schreibweise" von G. Hoischen aus dem Jahr 1924 (Bochum: Kamp), und zeigt das entsprechende Alphabet.
Um dennoch den vollständigen Inhalt eines solchen Blattes zu erschließen, sind folgende Methoden empfehlenswert:
- Starke Vergrößerung schwer lesbarer Abschnitte mit einem Fotokopierer, eventuell Benutzung einer hochwertigen Lupe,
- Hochauflösendes Scannen (ab 600 dpi) und vergrößertes Betrachten mit einem Bildbearbeitungsprogramm am Rechner.
Häufig lohnt es sich auch, ältere Personen um Mithilfe zu bitten (Vergrößerungen vorlegen).
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