Herstellungspreise
Es existiert eine Vielzahl an Tabellenbüchern, in welchen Herstellungskosten zu den unterschiedlichsten Bezugszeitpunkten enthalten sind. Eine häufig verwendete Kostenbasis ist das Werk "Normalherstellungskosten 95" (NHK 95, Freise 1998; obere Leiste, Schaltfläche "Literatur"; hier als Zip-komprimierte Pdf-Datei herunterzuladen), da es recht differenzierte Aufstellungen enthält. Nach wie vor werden aber auch Tabellen mit -wenig anschaulichen- historischen Baukosten benutzt. In solchen Übersichten sind die Preisverhältnisse der Jahre 1913 oder 1914 in der Währung Reichsmark verzeichnet.
Berechnungsgrundlage der NHK 95 ist zunächst die Bruttogeschoßfläche beziehungsweise der Bruttorauminhalt des Bewertungsobjektes nach DIN 277. Nun wird das Objekt nach Art, Erscheinungsbild, Ausstattung und Alter in die Tabellen eingeordnet, wobei hier Preisspannen von Normalherstellungskosten angegeben sind.
Indexierung -also Umrechnung der ermittelten Werte- auf die wirtschaftlichen Gegebenheiten am Stichtag der Wertermittlung (die NHK 95 geben die Preisverhältnisse des Jahres 1995 wieder) ergibt nun die Baukosten für ein -theoretisch neues- Gebäude des selben Erscheinungsbildes. Diese bedürfen einer Anpassung wegen technischer Wertminderung. Letztere umfaßt nach Punkt 3.6.3 der Wertermittlungsrichtlinien (WertR):
Auf diese Weise errechnete Beträge sind um die Baunebenkosten zu erweitern (Kosten der Architekten- und Ingenieurleistungen, sowie der Zwischenfinanzierungsmittel, also den Kosten für das eingesetzte Kapital während der Bauzeit etc.). Es ist allgemein üblich, die Baunebenkosten pauschaliert anzusetzen. In zahlreichen Veröffentlichungen (so etwa Vogels 1996,109; obere Leiste, Schaltfläche "Literatur") werden Werte zwischen 10% und 15% der Normalherstellungskosten angegeben. Freise (1998,10) empfiehlt für Mehrfamilienwohngebäude ein Satz von 14%.
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